Naturschutzgebiet Lauffener Neckarschlinge

Vor etwa 2.500 Jah­ren, als der Neckar dort, wo sich heute die Stadt Lauf­fen be­fin­det, sein an­ge­stamm­tes Fluss­bett ver­ließ und sich beim heu­ti­gen Kirch­berg durch den Mu­schel­kalk brach, hin­ter­ließ er ein ca. 60 Hektar um­fas­sen­des Feucht­bio­top mit ei­ner be­ein­dru­cken­den Ar­ten­viel­falt. Zwi­schen meh­re­ren of­fe­nen Was­ser­flächen in­mit­ten von Lin­den, Ul­men und Ahorn ge­dei­hen in Schilfröh­rich­ten und Seg­gen­rie­den viele schutz­be­dürf­tige und ge­fähr­dete Pflan­zen­ar­ten wie z. B. die Drei­furchige Was­ser­linse, der Teich-Schach­tel­halm, das Fleisch­far­bene Kna­ben­kraut, die Hirsch­zunge und der Blau­stern. Auch für et­li­che Vo­gel­ar­ten wie Teich- und Sumpf­rohr­sän­ger, Schwarz­mi­lan, Pi­rol, Teich­huhn und Was­serralle ist die ehe­ma­lige Neckarsch­linge ein idea­ler Le­bens­raum, und so­gar der lan­des­weit stark ge­fähr­dete Laub­frosch kommt hier vor.

Um diese ur­wüch­sige Schön­heit und Viel­falt vor den Fol­gen der fort­schrei­ten­den Zer­sie­de­lung und land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung zu schüt­zen und der Nach­welt zu er­hal­ten, wurde die­ses Ge­biet im Jahr 1970 zum Na­tur­schutz­ge­biet Lauf­fe­ner Neckarsch­linge er­klärt.

Im Jahr 1990 über­nahm der Schwä­bi­sche Alb­ver­ein, Orts­gruppe Lauf­fen, die Ver­ant­wor­tung für ein be­son­ders schö­nes und schüt­zens­wer­tes Fleck­chen im Her­zen der Lauf­fe­ner Neckarsch­lin­ge. Auf ei­ner son­ni­gen Wiese ge­die­hen da­mals etwa 50 Ex­em­plare des Fleisch­far­be­nen Kna­ben­krauts (ei­ner Art, die in Deutsch­land als stark ge­fähr­det auf der Ro­ten Liste ge­fähr­de­ter Ar­ten steht) in ei­ner hel­le­ren und ei­ner dunk­le­ren Va­ri­an­te. Diese zwei Hektar gilt es u. a. zwei­mal jähr­lich zu mähen - eine Auf­ga­be, bei der sich Na­tur­schutz­wart Gerhard Reiche so­wohl auf die Zu­sam­men­ar­beit mit der Stadt­ver­wal­tung als auch auf die Be­reit­schaft zu­pa­cken­der Alb­ver­ein­ler je­der­zeit ver­las­sen kann.

Dank die­ser Bemühun­gen ist die Po­pu­la­tion der Or­chi­deen bis heute auf weit über 200 Ex­em­plare an­ge­wach­sen. Und es bleibt zu hof­fen, dass sich diese wun­der­schö­nen Pflan­zen un­ge­stört und zur Freude al­ler Na­tur­freunde wei­ter ent­wi­ckeln und ver­meh­ren kön­nen.